Topeak-Journey im Test

Topeak Journey
Bei dem Topeak Journey handelt es sich um einen Einspuranhänger aus Aluminium. Der Boden besteht aus 4 Streben und einer PE-Platte. Das Gewicht liegt bei leichten 4,5kg. Zudem ist im Lieferumfang noch ein Drybag und ein Hinterradschutzblech enthalten. Wir haben den Anhänger auf unserer #Expedalition auf 600km im Winter in Norwegen mit Salz und Sand auf der Straße mit mehr als 40 kg (erlaubt sind 32) Beladung nicht kaputt bekommen.

Die Fahrstabilität mit Anhänger ist großartig. Aufgrund des niedrigen Schwerpunktes fährt sich Fahrrad weiterhin angenehm und tatsächlich auch agiler als mit Packtaschen. In den Wiegetritt lässt sich auch mit Anhänger (eingeschränkt) fahren. In diesem Fall entwickeln sich aber Torsionsbelastungen über das ganze Fahrrad, deren Kräfte ich nicht berechnen will.
Die Anhängerkupplung schnalzt sehr leicht zu und aufgrund des Systems ist der Anhänger in 2 Sekunden abgehängt. Dies hat den Vorteil, beim Umsteigen mit der Bahn den Anhänger schnell anhängen zu können und über den Bahnsteig zu düsen. Also funktioniert alles wie es soll und auch nach ein paar Wochen mit Salz und Sand auf der Straße.

Nun aber zu den Schwächen: Unserer Meinung nach sind am Drybag die Steckschließen etwas zu weit unten angebracht, was ein Gefummele beim Schließen ist. Drybags sind lediglich „Dry“ wenn man diese 3-Mal rollt, was wir ausprobiert haben und sich tatsächlich bewahrheitet hat. Zur Sicherheit haben wir die Anhänger immer auf die Seite gelegt, wenn wir gezeltet haben. Solange sich keine Pfütze auf dem Anhänger bildet, bleibt der Inhalt aber auch bei „ungewickelter“ Tasche trocken; Aber: Nicht Umsonst gelten sogenannte „Drybags“ nicht als unterwasserdicht.

Außerdem haben sich die „Füße“ aus Gummi recht schnell verabschiedet, die Befestigungsschrauben sollte man gleich nach dem Kauf anziehen (evtl. zusätzlich festkleben) oder Klebeband drumherum wickeln. Ein kleines, vermeintlich unwichtiges Detail, aber sehr ärgerlich, wenn der Verlust nicht sofort auffällt. Die Funktion schränkt das natürlich nicht ein, aber das Abstellen von Alu auf Asphalt hört sich nicht sehr förderlich für die Lebensdauer des Rahmens an.

Was fehlt: Der Anhänger ist nicht selbststehend (Wer einen selbststehenden Einspuranhänger kennt, der melde sich bitte) und Bergauf muss man ihn trotzdem ziehen.

Auch wenn uns der direkte Vergleich zu ähnlichen Einspur-Anhängern fehlt, hier unser Fazit:
Leichter, robuster und gut verarbeiteter Alu-Anhänger, den wir uns sofort leisten würden, hätten wir gute 400€ auf der hohen Kante. Für Weltreisen ist er vielleicht nichts, da man ihn nicht schweißen kann. Wer allerdings einen Alu-Rahmen am Fahrrad hat, besitzt keinen Grund sich einen Stahlanhänger zu kaufen. Gewichtstechnisch lohnt es sich den Anhänger auch mal mit einem klassischen Packtaschen-System zu vergleichen. Mit unseren rund 40kg Beladung hat sich der Anhänger besser gefahren als mein Packtaschensystem letzten Sommer mit deutlich weniger Gewicht (rund 15kg). Für Chaoten wie uns hat der Anhänger auch noch einen bestechlichen Vorteil. Es handelt sich um eine riesige Reistasche in die sich das gesamte Geraffel rein pfeffern lässt und nerviges austarieren fällt auch komplett weg.

Nachtrag: Ich habe meinen Anhänger an einen Kumpel ausgeliehen. Er hat in 1500km durch Frankreich an einem Singlespeed Fahrrad gezogen, Schäden hat auch er keine erzeugt.

Galdhøppigen- oder teuerste Skitour aller Zeiten

Es gibt Dinge, die muss man eben machen. Wenn man für längere Zeit in Norwegen wohnt, dann muss man auch auf den Galdhøpiggen, den höchsten Berg Norwegens. Auf dem Hinweg werden wir zu einem teuren Boxenstop gezwungen. Es ist ja auch eine durchaus strafbare Handlung, mit 72 km/h am 60 km/h Schild auf der Autobahn vorbei zu fahren. 300 Euro und ein paar ungläubig dreinschauende Gesichter später ist es dann eh zu spät. Nach einer Stunde steigt die Laune wieder. Dumm gelaufen – ist jetzt halt so.

Zum Galdhøpiggen führt eine „Mautstraße“ für die man um diese Jahreszeit keine Maut zahlt und das Wort „Straße“ leicht übertrieben ist. Nach einigen Kehren, Schweißtropfen und Beten, der gute Audi 80 möge uns zum Ziel bringen, stellen wir das Auto ab und suchen einen Schlafplatz. Aus Respekt vor dem norwegischen Staate stellen wir am Abend die Zelte 100 abgezählte Meter entfernt von der Straße auf.

Am nächsten Morgen fahren wir erst noch ein Stück auf der Schotterstraße, bis eine Schranke uns aufhält. Wohl oder übel müssen dann die Ski doch noch getragen werden.
Der Aufstieg gestaltet sich etwas kompliziert. Es ist schon Mitte Mai und der Harsch ist komplett hart. Zudem ist es noch Nebelig und kalt, was ein auffirnen verhindert. Während die Skifahrer auf ihren Kanten gut queren können, muss ich als Splitboarder auf Steigeisen wechseln. Nach 1700hm stehen wir dann endlich auf dem höchsten Punkt Norwegens. Vom Gipfel sieht man durch die dünnen Nebelschwaden viele spannende Couloirs, riesige Eisebenen und schroffe Gipfel herausschimmern, welche bestimmt für mehr als einen Pfingsturlaub interessant werden können.
Die Abfahrt gestaltet sich schwierig auf dem festen, verblasenen Untergrund, der weiter unten nahtlos in Sumpf übergeht. Aber dies tut der Stimmung keinen Abbruch.
Wir hatten bessere Tage in Norwegen, aber der Höchste muss einfach sein.

Nach einer weiteren Nacht besteigen wir noch den Loftet und fahren wieder heim.

Text: Tim Steffinger
Bilder: Jonathan Pietsch & Tim Steffinger

#Expedalition- Eine Skitourentrip mit dem Rad

20 Grad, leichte Brise, T-shirtwetter. Wir sitzen Ende März auf der Terrasse und sollten packen. Vor dem dritten Radler holen wir beim nächsten Bikeladen Pappkartons. Wir haben uns in weiser Voraussicht den ganzen Tag Zeit genommen, um die Ausrüstung flugfähig zu machen. Was hat uns eigentlich geritten? – denke ich mir als wir in München mit zwei Radboxen, zwei Anhängern und in Plane eingewickelten Ski am Flughafen stehen. Fahrräder als Transportmittel für drei Wochen Skitouren in Nordnorwegen. Übernachten im Zelt. April. Für die Allermeisten ein Vorhaben zwischen gewagt und undenkbar – sicher kein entspannender Urlaub. Für uns? Mal sehen.

„Bei so einer Aktion ist das Glück nachher größer als die Vorfreude, jetzt hab ich eher noch Bammel“

Irgendwann vor einem Jahr im Auslandssemester in Trondheim kam uns die Idee. Wie geht man auf Skitour ohne Auto? Versierte Fahrradfahrer sind wir schon länger; Auch für die ein oder andere Tagestour haben wir uns schon den Zustieg mit dem Rad erleichtert. Es dauerte dann noch eine Weile bis wir Nägeln mit Köpfen machten und um Weihnachten die Flüge buchten. Danach überlegten wir uns, wie wir Skitourenausrüstung und Wintercampingsachen auf dem Fahrrad transportieren. Irgendwann standen dann auch zwei Fahrradanhänger bereit – der Grundstein war gelegt und zurück ging nicht mehr.

In Bodo am Flughafen sind alle 5 Gepäckstücke durchgekommen. Wir bauen am nächsten Morgen die Räder auf und gewöhnen uns an die Fahrt mit den Trailern. Bis wir alles austarieren und Ski, Schuhe & Stöcke bestmöglich platzieren dauert es eine Weile. Das endgültige ‚Setup‘ wird erst nach einigen Tagen Einsatz gefunden sein. Wir kleben die Trailer noch mit Klebeband ab, um sie vor den Skikanten zu schützen.

Dann geht es mit der Autofähre auf die Lofoten. Die recht extensive Planung sieht vor, die Lofoten von West nach (Nord-)Ost zu durchqueren. Der Vollständigkeit halber fahren wir also vom Hafen nach Å, was der Westspitze der Lofoten am nächsten liegt und schlafen dort. Ab hier sind wir auch schon mittendrin. Am ersten Fahrradtag besteigen wir den Ryten bei Fredvang. Unser Ziel ist es jeden Tag mit gutem Wetter zu nutzen. Bis uns das Wetter unterbricht fahren wir bis Leknes und gehen täglich eine Skitour. Mich (J) erreicht ein kurzes Video von Zuhause; Im Ofen brutzelt ein Schweinebraten, die Kruste schnalzt und aus dem Off hört man ein bewunderndes Lachen und ein freudiges ‚Hurraa!‘. Meine zugegeben etwas gehässige Antwort ist ein kurzes Gipfelpanorama des Stornappstinden – das wohl schönste meines bisherigen Lebens. Unsere dämlich grinsenden Gesichter strahlen in der Sonne während wir eine noch unbefahrene Südrinne abfahren. Abends gibt es, wie immer, Couscous mit Konservengemüse.

Tricky auf den Lofoten sind für Radfahrer die Tunnel. Da in Nordnorwegen die meisten Autos mit Spikes ausgerüstet sind, sind sie ungeheuer staubig. Die Inseln Flakstad und Vestvåg sind nicht durch eine Brücke, sondern einen solchen Tunnel verbunden, bei dem zusätzlich noch Höhenmeter zurück über die Wasserlinie zu überwinden sind. Es knirscht zwischen den Zähnen wie nach einem Beachvolleyballmatch und wir sind sicher, wir haben beim Rauskeuchen ein paar Lebensjahre in unsere neuen Staublungen investiert.

Den ersten größeren Schlechtwetterblock verbringen wir an einem Campingplatz nahe Leknes. Schon letztes Jahr haben wir hier bei unserem Roadtrip Schlechtwetter in einem kleinen roten Holzhüttchen abgesessen. Diesmal wird es die erste von nur zwei festen Schlafstätten unserer Reise bleiben. Nach zwei Tagen fliegen wir aus einem uns unbekannten Grund am späten Nachmittag vom Campingplatz und machen uns auf Richtung Svolvaer. Das Wetterkarma ist uns wohlgesonnen und schickt die Sonne zu uns raus – hah, danke fürs Ärsche hochziehen, launischer Campingplatzbesitzer. Wir radeln an einem einsamen Küstenabschnitt entlang, vorbei am tags zuvor bestiegenen Justadtinden und genießen die großartige Landschaft. Abends zelten wir am Meer.

Tags drauf gehen wir auf den Botntinden (711 m. ü. NN). Wir unterhalten uns dort mit einem Deutschen, der vor 15 Jahren aus Deutschland auswanderte. Er gibt uns noch Tipps wie wir am besten diesen Berg besteigen, es gilt nämlich einen nicht ganz kleinen Schmelzwasserbach zu überqueren. Zusätzlich liefert das norwegische Wetter die üblichen Kapriolen: Sonne, Regen und Schnee innerhalb einer Stunde. Die Abfahrt durch exzellentes Gelände wird ein bisschen von diffusem Licht und nicht ganz optimalem Schnee getrübt. Abends kommen wir geschaffter als bisher am Dumpster in Kabelvåg an und treffen dort zwei gleichgesinnte einheimische Mädels. Sie weisen uns auf die Frage nach einem schönen Plätzchen fürs Zelt zum Gelände des örtlichen Waldkindergartens. Dort können wir bei Windstille angenehm Zelten, unsere Sachen im Planenverschlag trocknen und sogar unser Geschäft im Freiluftklo mal wieder gemütlich sitzend verrichten.
Am nächsten Tag geht es auf den Blåtinden bei Svolvaer. Der vielleicht meistbestiegene Skitourenberg der Lofoten und Hausberg von Svolvaer. Wir besteigen diesen über den Nordhang. Jonathan muss die Ski abschnallen, da es steil und eisig ist. Über den Grat gelangen wir dann bei Windstille auf den Gipfel. Außer uns ist – warum auch immer – niemand anderes unterwegs.
Wir übernachten am Strand. Am folgenden Morgen genießen wir ausgiebig die Sonne bis wir Richtung Geitgallen (Groß und mächtig, schicksalsträchtig) aufbrechen. Wir steigen bei Neuschnee auf. Gestern war der meistbegangene, heute der bekannteste Berg der Inseln dran. Ungleich höher, alpiner und mächtiger – dadurch aber auch seltener möglich. Im Schneegestöber eines Schauers müssen wir auf den letzten Metern abrechen, da wir weder Pickel noch Steigeisen dabei haben, ohne die das steile Firnfeld ganz oben schnell ungemütlich werden kann. In der Abfahrt gibt es dann kein Halten mehr: frischer Powder und ideales Gelände so geil, dass wir vergessen, Bilder zu machen. Nach der Abfahrt fängt es wieder an zu schneien.

An den folgenden Tagen ist erstmal die Luft raus. Wir verbringen zwei Nächte im Regen auf dem Campingplatz Sandsletta. Jonathan hat im Dumpsterlotto verloren und kotzt in der ersten Nacht aus dem Zelt. Hoffentlich keine Grippe. An Tag zwei geht’s dann schon wieder besser und die Speicher können wieder gefüllt werden – puh, nur eine Magenverstimmung. Von anderen Skitourern bekommen wir einen Tipp, der uns aus der Lethargie reißt: Wenig weiter am Fjord befindet sich eine Schutzhütte für Radfahrer, Skifahrer und Surfer. Wir verlassen dafür bei Regen den Campingplatz. Die rundum verglaste Schutzhütte am Strand bietet Unterschlupf und wir werden von den später eintrudelnden Tippgebern zu Ratatouille und Fisch eingeladen. Ein wohltuendes Mahl nach tagelangen Couscous-Sessions. Dazu gibt’s Bier und Tequila. Wir steuern noch unseren Gipfelschnaps bei und einem feuchtfröhlichen Abend unter Gleichge(un)sinnten steht nichts mehr im Wege.

Nach Ende des Regens verlassen wir die Lofoten mit der Fähre via Fiskebol-Melbu. Von nun an befinden wir uns geographisch auf den Ofoten und die Landschaft verändert sich. Die Berge werden größer und weniger schroff, aber nicht weniger Imposant. Nach Tagen der Abstinenz gehen wir auch endlich wieder eine Skitour. Powder im Gipfelhang und pistenartiger Harsch ohne Bruch im Mittelteil, mit grandiosen Blick zurück auf die Lofoten.

Dann passiert es und wir erleiden unseren ersten Platten. Nach dem Flicken bricht uns auch noch das Ventil, sodass wir unseren Ersatzschlauch verbrauchen müssen. Der Riss im Mantel wird natürlich fachgerecht mit Gaffatape geflickt. Die nachmittägliche Tour führt wegen der Verzögerung und des unterschätzten Gipfelgrades nicht bis zum Gipfel.

Wie schon am Vortag sind wir auch bei der zweiten Tour Nahe Flesnes allein. Jetzt müssen wir sogar Spurarbeit leisten, da diese Gegend wenig touristisch geprägt ist. Am Titinden bläst es uns im Aufstieg fast vom Rücken. Hinter der Gipfelwechte herscht jedoch absolute Windstille. Wir sitzen in der Sonne und genießen die Wärme. Es ist schön ab und an einfach nicht zu frösteln. Nach einer weiteren Nacht in freier Wildbahn genehmigen wir uns mal wieder eine Dusche. Auf dem Campingplatz lassen wir uns bei bestem Wetter die Sonne auf den Pelz scheinen und brechen das erste Mal unsere Regel und gehen keine Skitour an einem guten Tag. Die Wettervorhersage sagt schlechtes Wetter voraus. Uns bleiben noch zwei gute Tage um nach Narvik zu kommen. Allerdings liegen da noch 130 km mit dem Rad vor uns und ein hübscher Berg muss auf dem Weg noch angemessen begutachtet werden. Das Begutachten lohnt sich ziemlich. Wir bekommen nochmal eine ordentliche Ladung Powder ab, allerdings sind wir beide so im Unterzucker, dass wir mal wieder vergessen Bilder zu machen. Schlussendlich übernachten wir nach zwei harten Tagen (130km Rad 1100hm Skitour 1700hm Rad) am Strand vor Narvik. Wir genehmigen uns ein Bad im arktischen Meer; An dieser Stelle wollte einer der Autoren beim texten unterschlagen, dass dafür viel Überzeugungsarbeit des anderen Autoren von Nöten war (Anm. d. Red.). Am nächsten Tag beenden wir unseren Trip nach 18 reinen Tourtagen, 620km und ca. 6500hm auf dem Fahrrad und noch etwas mehr auf Ski.

Wir nehmen den Bus zurück nach Bodø wo wir auf dem Campingplatz unseren Flug abwarten und während einem Schönwetterfenster noch zu einer letzten Skitour aufbrechen. Nach einer finalen, spaßigen Abfahrt können wir zurück am Parkplatz gerade noch einen Polizeieinsatz abblasen. Ein besorgter Bürger wollte diesen starten, nachdem er unsere Räder, Hänger und zum Trocknen aufgehängte Schuhe und Kleidung bemerkt hatte. Er macht uns einen Vorwurf, wir hätten eine Notiz hinterlassen sollen. Wir zeigen Verständnis, er gibt der Pozilei telefonisch den Fehlalarm durch und zieht von dannen. Zu allem Überfluss zeigt uns der kajakfahrende Ungar am Campingplatz in Bodo einen Tag später ein Bild von der riesigen Wechte an ebendiesem Berg, die offenbar kollabiert ist, eine Nacht nachdem wir unsere Kurven unter ihr zogen. Eine sehr kleine, aber nicht ungefährliche Lawine. Das stimmt nachdenklich, vielleicht waren wir da zu unvorsichtig, nach dem Motto:

„Die letzte Tour, kein steiles Gelände, passiert schon nix“(J)

Aber nach reichlich Reflexion war es ein logischer, unterhaltsamer und damit lohnender letzter Ausflug.

Unterm Strich: Alles hat überraschend gut funktioniert. Wir haben kein Fahrrad oder Ski kaputt gemacht, alle Zehen sind noch dran; Köpfe auch (was nicht bedeutet, dass sie durch die viele Frischluft jetzt mehr denken).
Es war ein toller, lehrreicher, berauschender, vielleicht bewusstseins-, auf jeden Fall sinneserweiternder Trip! Wir sind zu Dankbarkeit verpflichtet, so einen Scheiß machen zu können. Ein besonderer Dank geht hier natürlich auch an unsere Sponsoren Topeak, Ergon und Julbo ohne euch wäre dieser Trip noch chaotischer geworden.

Fotos & Text von Jonathan Pietsch & Tim Steffinger

Packraften auf der Isar

Chaos nur Chaos.
Steffen und ich sind irgendwie auf das Thema Packraften zu sprechen gekommen. Irgendwann war dann die Zeit gekommen das Ganze auszuprobieren. Schlussendlich furen wir mit dem Zug nach Mittenwald und wollten die klassische Packraft Tour machen. Von Mittenwald über die Birkarspitze und dann die Isar runter. Aber irgendwie kam alles anders. Im Nebel sind wir dann, vor lauter schwätzen, falsch abgestiegen und Flußabwärts von Mittenwald rausgekommen. Daraufhin haben wir uns kurzerhand ein Taxi gegönnt und sind von Scharnitz ins Isartal hoch gelaufen. Schlussendlich sind wir am dritten Tag die Isar dann fast vom Ursprung bis Mittenwald gerutscht und gefahren.

Alles in allem super Boote. Wir waren über die Robustheit der Badewannen echt überrascht.

Tourpunkte:
Mittenwald-Karwendelbahn-Dammkar-Hochland Hütte-Wörnerlahne-Ochsenalm-Mittenwald-Scharnitz-Isar Ursprung-Mittenwald

Fløtatinden Mitte Mai

Eigentlich sollten Jonathan und ich lernen. Eigentlich. Schließlich einigen wir uns darauf nur eine Skitour zu gehen. Von Trondheim geht es über die E6 mal wieder nach Süden Richtung Sunndalsøra auf den Fløtatinden (1.711m ü. NN). Da auf Meereshöhe kein Schnee mehr liegt müssen die Ski die ersten 300-400 Höhenmeter getragen werden. Wir versuchen möglichst lange uns auf abgetauten Graßrücken zu halten. Eine Woche vorher taten wir dies auf dem Galdhøppingen nicht und wurden durch 3 Mal Abschnallen belohnt.
Als wir schließlich die Schneegrenze hinter uns lassen sehen wir noch aus gutem Abstand wie ein Nasschneerutsch zu Tale geht. Wir steigen durch einen schicken flachen Trog auf und meiden Fischmäuler in der Schneedecke, welche aber 100hm nach der Schneegrenze verschwinden. Die Gipfelwechte und die Bedingungen erlauben einen schicken Drop, nachdem wir diese kurz auf allen Vieren erklommen. Auf dem Weg nach unten erwartet uns, was wir kaum glauben können, Powder. So wird die für mich letzte Skitour der Saison noch mit eine der Besten.

Innerdalen und (mal wieder) Storlidalen über den 1.Mai

Es fühlt sich komisch an und ziemlich falsch. Wir sind in Trondheim, es ist 11 Uhr morgens und es ist warm genug für kurze Hosen (11°C, die spinnen die Norweger). Wir wollen heute noch nach Innerdalen auf die Dronningkrona (1825 m ü. NN). Natürlich kommen wir nicht um 11 los, der Eine vergisst die Schuhe, der Andere bringt noch Essen mit und der Dritte kocht beziehungsweise frühstückt noch. Irgendwann mal ist der gute alte Audi 80 gepackt und los geht es auf die E6 Richtung Süden. Gegen 15 Uhr erreichen wir den Parkplatz in Innerdalen. Für den versierten Alpen-Frühjahrs-Tourengänger steht spätestens jetzt der Zeitplan Kopf. Das erste Mal dieses Jahr müssen unsere Ski getragen werden. Durch Hänge voll Moss und Gestrüpp geht es bergauf, bis zur Schneegrenze. Dann kommt endlich wieder Schnee unters Fell. Der Schnee ist erst sulzig und wird dann aber schnell hart. In Norwegen hat der Schnee oft keine Möglichkeit tageszeitenbedingt zu schmelzen, da es nicht warm genug wird. Auf harten windverpressten Schnee steigen wir auf und stellen hierbei schon fest, dass die Abfahrt kein Genuss wird. In einem steileren Hang (35°) haben wir Probleme Kanten und Fell gut aufzusetzen. Wir gehen ein paar hundert Höhenmeter nach dem Motto zwei Schritte vor und einen zurück. Hätte man doch die Felle anständig zurecht geschnitten oder nicht bei den Harscheisen gespart und wäre man nicht zu faul die Steigeisen anzulegen. Naja, alles geht vorbei. Wir folgen oben einem Rücken für 2 Kilometer und stehen gegen halb 8 Uhr abends auf der Dronningkrona. Es ist kalt und windig, wie auf jedem Gipfel in Norwegen. Das Panorama hingegen großartig mit Blick auf die Fjorde und Berge. Wir fahren den Rücken hinunter und warten auf den Sonnenuntergang. Drei Tage vorher taten wir dies nicht und bereuten es. Wir warten eine geschlagene Dreiviertelstunde. Die Sonne zeigt sich schließlich unter der Wolkendecke und taucht alles in rot. Bei diesem Licht können wir hervorragend abfahren, da der Kontrast hoch war. Im unteren Bereich gibt es dann noch eine nette Slush-Tree-run Session. Gefahren wird bis es wirklich nicht mehr geht. Dann müssen die Skier wieder auf den Rücken. Gegen halb 11 sind wir schlussendlich wieder am Parkplatz und stellen dort die Zelte auf.

Kongskrona

Am nächsten Tag ging es dann auf die Kongskrona. Wir fahren mit dem Auto bis zum Talschluss und packen die Ski (mal wieder) auf den Rucksack. Wir überqueren einen Fluss und suchen uns einen Weg um die Schneereste herum, da Auffellen etwas zu optimistisch wäre. Als wir das Hochtal erreichen sehen wir schon einige Skitourengruppen vor uns. Es ist fast so voll wie in den Alpen. Heute steigen wir gemütlich auf und  lassen uns nicht stressen. Dabei holen wir uns natürlich einen dicken Sonnenbrand. Von weitem sieht die Aufstiegsspur ziemlich kritisch aus. Steil, Felsbänder und alte Lawinenkegel. Ein Blick auf die Karte gibt aber Entwarnung. Dadurch, dass es diesen Winter ausserordentlich viel Schnee hat lassen sich die Gletscher selbst um diese Jahreszeit seilfrei begehen. Heute zeigt sich das gleiche Problem wie gestern. Die Schneeoberfläche ist hart und Harscheisen besitzen wir immer noch nicht. So schleppen wir uns hunderte Höhenmeter mit Beinarbeit auf den Kanten nach oben. Im oberen Bereich wird es mir zu bunt oder zu steil. Ich schnalle die Ski auf den Rücken und gehe die letzten 50hm zu fuß. Wobei hier ordentlich Stufen geschlagen werden mussten. Oben empfängt uns der übliche norwegische Wind gepaart mit strahlenden Sonnenschein. Wir suchen uns eine windgeschützte Stelle und genießen den Ausblick. Wir fahren nicht ab, wie wir aufgestiegen sind. Dabei müssen wir auf Sicht fahren und einen Gletscherabbruch umfahren. Was zum Glück alles Problemlos funktioniert. Danach cruisen wir locker durchs flachen Gelände. Im Wald wird der Schnee dann auch wieder knapp. So muss hin und wieder das Moos im Wald oder der Ski auf Stein dran glauben. Aber es wird gefahren bis es nicht mehr geht. Am Parkplatz blödeln wir ewig rum, veranstalten ein riesen Chaos und stellen die Zelte auf einer Wiese auf.

Nønshoa

Am nächsten Morgen ist das Wetter eher so mittel. Die Satellitenvorhersage zeigt, dass das Wetter im Nachbartal bis Nachmittags halten soll. So beschließen wir mal wieder nach Storlidalen zu fahren, wo wir diesen Winter schon etliche gute Tage verbracht hatten. Dort besteigen wir noch den Lønshoa, allerdings gibt es von dieser Tour nichts sonderlich Spektakuläres zu berichten. Der Schnee ist so nass, dass es bremst und im oberen Teil bockelhart. Zudem ist die Sicht und der Kontrast noch schlecht. Dafür gibt es aber eine Gipfelhalbe. Es kann nicht jeder Tag ein Traumtag werden.

Okla & Lorthøa

Oh Wunder, mal wieder Storlidalen. Dieses Tal eignet sich perfekt zum Skitouren und ist einfach von Trondheim aus zu erreichen. Allerdings war es schon mitte März, weswegen es Südseitig recht harschig war. So haben wir uns dann doch lieber an die Nordseiten gehalten.

Das Video wurde geschnitten und gefilmt von Julien

Trondheim-Ludwigsburg

Es war Januar ich saß in Norwegen in meiner Wohnung und schaute auf meine Kreditkartenabrechnung. Sagenhafte 300 Euro kostete der One-Way-Flug nach Trondheim in mein Erasmus-Semester. Mit 300 Euro kann man viel anfangen. So kam mir die Idee die Heimreise im Juni mit dem Rad anzutreten. Recht schnell hatte Martin zugesagt, dass er dabei sei. Mal schauen was geht, wie schnell ist man daheim? Von außen kamen kritische Stimmen wie, zu hart der Zeitplan, das schafft ihr nie. 24 Tage für 2300 km sind zu wenig! Durch den langen Skitourenwinter wuchsen die Oberschenkel, sodass manche Hose nicht mehr passte. Ein Dritter hatte sich auch noch gefunden. Schnell wurden Räder gekauft oder über Umwege und von Freunden von Freunden nach Norwegen gebracht. In der Vorbereitung musste manch Steuersatz entrostet werden, oder eben nicht. Alles in allem fuhr Lukas, unser dritter Mann, sogar mit Rahmenschaltung. Unsere Ziele wurden ambitioniert und ambitionierter. Wir steigerten unseren Plan von 100km auf 150km pro Tag. Unsere Freunde wurden kritischer und kritischer. Und dann ging es auch schon los.
11000hm, 15 Tage und 2378km später waren wir (aber besonders ich) schlauer.

Norwegen
Wir treffen uns unten am Nidelva. Es ist typisch für uns. Martin hat sein Essen vergessen und ich meine Jacke. Da Martin auf dem anderen Berg wohnt heißt es für jeden von uns erst einmal 200 Strafhöhenmeter. Danach düsen wir gemütlich am Nidelva nach Støren. Auf den ersten 50 Kilometern haben wir natürlich die meisten Pannen im ganzen Urlaub. Lukas Fahrradkorbhalterung aus Kabelbindern bricht. Die Halterung von Martins neuen Ortlieb Tasche bricht. Und mein Gepäckträger verliert eine Schraube und klappt ab. Alles wird natürlich professionell repariert mit Kabelbindern und Klettriemen. In Støren biegen wir nach Røros ab. Es geht Stück für Stück und stetig nach oben. Kurz vor Røros campen wir auf einer Wiese. Es ist windig hier oben. Wir freuen uns schon drauf diese Hochebene zu verlassen. Am nächsten Tag schaffen wir dies tatsächlich und wir ahnen es nicht, aber der spektakulärste Teil unserer Reise ist vorbei. Es folgen Tage durch Wälder und vorbei an Seen. Norwegen zeigt sich von seiner typischsten Seite. Der Nahrungsmittelkonsum steigt ins Unermessliche. Bei täglich 6 bis 8 Stunden reiner Fahrzeit ist das auch kein Wunder. Der Erste zeigt Überlastungserscheinungen. Knie und Achillesferse schwellen an. Wir versuchen alles halbwegs zu tapen. Ich bin tagelang am Windschattenfahren und Trittfrequenz erhöhen um das Knie zu entlasten. Nach fünf Tagen verlassen wir Norwegen bei Halden und nehmen noch ein geruhsames Bad am Straßenrand. Bis jetzt können wir unseren 150km Schnitt halten.


Schweden
In Schweden genehmigen wir uns erstmal einen Pausentag (60km). Danach wird wieder Gas gegeben. Schweden ist überraschend hügelig und windig. Der erste Regenschauer unserer Reise zwingt uns zu einer langen Pause. Seit langer Zeit wird es wieder Nacht, welche wir seit Mitte Mai nicht mehr zu Gesicht bekamen. Allerdings wollen wir unbedingt am gleichen Tag Göteborg durchqueren, um uns nicht am nächsten Morgen im Berufsverkehr durch die Stadt zwängen zu müssen. Wir zelten auf einer Wiese am Stadtrand. Wir fahren noch weitere zwei Tage durch Schweden. Teilweise versuchen wir dem Küstenradweg zu folgen. Hin und wieder endet der Radweg auf der Autobahn, naja wir können ja mithalten. Nach unseren Radweg Ausflügen entscheiden wir uns für die alte E6. Hier kommen wir zügig voran und der Autoverkehr fährt zum Großteil auf der neuen E6. Wir sind froh als wir Schweden verlassen und in Helsingborg nach Helsingör übersetzen. Schweden war für uns grau, nass und windig.

Dänemark
Wir verbringen exakt eine Nacht in Dänemark, irgendwo südlich von Kopenhagen. Dänemark kostet Lukas zwei Schlauchreifen, weil die Radwege so holprig sind. Endlich können wir heizen, kein Wind und es ist flach. Das sollte sich am zweiten Tag aber ändern. Die vermeintlich letzten 100km zur Fähre nach Rodby werden die wohl härtesten der ganzen Tour. Es ist sonnig und der Wind kommt von vorne. Trotz Windschattenfahrens und am Unterlenker hängen fahren wir kaum schneller als 20 km/h. Als wir mit der Fähre nach Fehmarn übersetzten sind wir fertig mit der Welt. Total durch und wir haben kaum eine Pause gemacht, um den Wind hinter uns zu bringen.
Deutschland – Wir wollen heim
Nach 10 Tagen im Sattel zeigen sich bei uns erste Motivationsschwierigkeiten. Langsam tut alles weh. Deutschland ist unangenehm. Wir werden ständig von Autofahrern angepöbelt und die Leute wissen alles besser. Wir fahren auf der Bundesstraße von Fehmarn aufs Festland. An der Ostsee schlafen wir mitten in einem Dorf hinter einem Kiosk. Nachts steht eine Frau vor unserem Zelt und sagt:“ Hier kann man doch nicht Zelten.“ Lukas muss sich aus dem Schlafsack ein „doch“ verkneifen. In Lüneburg plündern wir Stilecht ein Sushi-Buffet. Wir sitzen lieber draußen, weil unser Geruch sicher andere Gäste belästigen würde. Der Barkeeper ist auch ein Fernradler und spendiert uns noch eine Runde. Rund um die Lüneburger Heide ist Deutschland ziemlich windig und das stets von vorne. Wir freuen uns als es hinter Göttingen etwas hügeliger wird. Wir treffen noch Jonathan einen Freund, der auch in Norwegen war. In Fulda übernachten wir nochmal alle zusammen unter freiem Himmel. Am nächsten Morgen trennt sich Martin von uns und biegt Richtung Erlangen ab. Lukas und ich fahren noch gemeinsam bis Aschaffenburg. Dort teilen auch wir uns auf. Ich gebe Gas. Ich möchte nach Hause. Am Morgen sagte Google Maps noch 230km. In Aschaffenburg peile ich schon die 240km an. Irgendwann abends bin ich im Neckartal. Und verfahre mich ausgerechnet dort in etwa 20km vor meiner Heimatstadt. Nach 12:40h Fahrtzeit und 268km komme ich schließlich an Tag 15 daheim an.
Der Tag danach

Der letzte Tag kostete mich viel. Am Tag danach verabschiedet sich mein Körper von allem. Schlussendlich verliere ich 8 Kilo und brauche 2 Wochen um wieder einigermaßen fit zu werden. Alles in allem war es eine gute Erfahrung, das nächste mal werde ich aber definitiv dafür sorgen meinem Körper genug und vor allem die Richtigen Nährstoffe wieder zu zuführen.

Planung & Koordination
Als Kartenmaterial diente uns Google Maps, andere Karten besaßen wir nicht. Das funktioniert tatsächlich in Norwegen, Dänemark und Schweden sehr gut. Diese Länder haben einfach weniger Straßen. In Norwegen würde theoretisch auch eine Liste mit Ortschaften reichen. In Deutschland wird das ganze etwas tricky. Hier haben wir uns meist entlang großer Land und Bundesstraßen gehalten. Landschaftlich mag das nicht das Optimum sein, aber unser Ziel war eine möglichst schnelle Fortbewegung. Als Faustregel kann man mit 40-50km in 3 Stunden über den Tag rechnen.

Tag 1: Trondheim-Støren-Røros 163km; 7:12h
Tag 2: bis Engernes 176km; 6:49h
Tag 3: Engernes-Rena-Elverund-Kongsvinget 171km; 7:29h
Tag 4: Kongsvinget-Bjørkelagen 97km; 4:54h
Tag 5: über Ørje-Halden-Schweden 153km; 7:18h
Tag 6: Hottet-Tanumshede-Saltvik 61km; 2:56h
Tag 7: bis Gøteborg 189km; 9:07h
Tag 8: über Falkenberg nach Halmstad 172km; 7:53h
Tag 9: Helsingborg-Dänemark_Helsingör-Kopenhagen 166km; 7:48h
Tag 10: über Rodby-Deutschland-Puttgarden-Grube 159km; 7:34h
Tag 11: Grube-Lübeck-Ratzeburg-Lüneburg 167km; 7:50h
Tag 12: Lüneburg-Celle-Hannover 150km; 6:43h
Tag 13: Hildesheim-Hintsheim-Göttingen-Bad Sooden Allendorf 143km; 6:29h
Tag 14: bis Fulda 143km; 6:39h
Tag 15: Fulda-Maintal-Mosbach-Heilbronn-Ludwigsburg 268km; 12:39h

Gr221 auf Mallorca

Der GR221- Stilechte Mallorca Durchquerung
Auch wir haben es 2014 getan. Aufgrund von fehlender Planungsmotivation musste ein einfaches und leicht zu planendes Ziel her. So stießen wir auf den GR221 durch Mallorca, für den es gutes Kartenmaterial und Reiseführer gibt. Unsere Vorbereitung bestand darin einen Flug und eine Karte zu kaufen. Die Ukulele, die wir dabei hatten, sorgte natürlich für den unzumutbaren Ballermann Soundtrack.
Alles in allem waren wir total überrascht von dem GR221. Landschaftlich überwältigende Sicht und echt schöne Pfade mit tollem Ausblick. Der Weg ist sehr abwechslungsreich. Von Macchia über Felsgelände bis Wälder ist alles dabei. Allerdings ist die Insel eher „kahl“ dadurch macht der GR221 zur wärmeren Jahreszeit bestimmt kein Spaß. Hin und wieder war es etwas schwierig das Zelt auf zu stellen, aber wir haben eigentlich immer einen Platz gefunden. Da wir um Ostern, aber außerhalb der Ferienzeit unterwegs waren, hatten wir auch noch unsere Ruhe. Der Weg führt meistens einmal täglich durch eine Ortschaft, so dass man sich die Kaffeemaschine 😉 getrost sparen kann. Die Supermärkte sind oftmals nur etwas größer als eine Bäckerei, was die eigene kulinarische Abwechslung etwas einschränkt.
Insgesamt haben wir 12 Tage auf Mallorca verbracht. Um den ganzen Weg entspannt laufen zu können, sollte man allerdings mindestens 10 Tage einplanen. Wir haben am Ende noch zwei Nächte am Strand in Alcúdia verbracht. Auf Open Street Maps ist ein Campingplatz nördlich von Alcúdia eingezeichnet. Es trägt den Namen Campamente de La Victoria. Hierbei handelt es sich um ein altes Franco-Ferienlager, welches kein Campingplatz ist. Der Hausmeister dort ist leider etwas garstig und hat uns vertrieben.

Powder ohne Ende, mal wieder eine Storlidalen-Session

Storlidalen hat eine ordentliche Packung Schnee abbekommen. Schnell werden sämtliche zu erledigende Uni-Arbeiten auf Montag verschoben. Storlidalen befindet sich noch in einem Bereich Trollheimens, der sehr feucht ist. Während ein Tal weiter in Oppdal Schneemangel herrschen kann, gibt es in Storlidalen oftmals noch frischen Powder.

Wir machen uns am Parkplatz fertig und treffen noch ein paar Freunde. Insgesamt sind wir noch sieben zu diesem Zeitpunkt. Die Sicht ist neblig und es schneit ab und an. Wir sind schwer bepackt, da wir uns eine Schneehöhle am Berg graben wollen. Nach 300m gibt es allerdings den ersten Schaden. Unser Fahrer zerbricht seine Bindung. Im Nachgang dieser Saison stellten wir fest, dass von 8 möglichen Bindungen dieser Marke(r), 7 brachen. Der Geschädigte schwingt sich ins Auto und fährt nach Hause nach Trondheim um seinen Zweitski zu holen und wird uns am nächsten Morgen zur Fortsetzung treffen. Nach 200hm werfen wir unseren Ballast ab und steigen mit leichten Rucksäcken auf. Nach weiteren 200hm ist allerdings Schluss da der Wald aufhört und dadurch jeglicher Kontrast fehlt. Außerdem werden die Hänge steiler und nach diesem Schneefall muss man das nicht riskieren. Zum Abfellen müssen wir uns Platz schaffen, da der Neuschnee über die Hüfte reicht. Bergab gibt es dann fette Treeruns, die jedem ein absolutes Powderlächeln ins Gesicht zaubern. Für mein Setup ist es schon fast zu viel Schnee. Nach einem Sturz ist man ziemlich lang mit ausgraben beschäftigt. Wir steigen an diesem Tag viermal auf und genießen den tiefsten Powder unseres bisherigen Lebens. Beim vierten Aufstieg trennt sich unsere Gruppe. Unsere Freunde fahren heim, während wir eine Schneehöhle graben wollen. Da der Schnee viel zu weich ist, funktioniert das mit der Schneehöhle nicht wirklich. Schließlich entscheiden wir uns ein Iglu zu bauen. Blöcke Sägen wir aus unserer Aufstiegsspur. Das Iglu wird natürlich im Schwabenstyle gebaut. Es wird kein Material verschwendet (keine spiralförmige Blocksetzung, sondern Schicht für Schicht) und als Türstock dienen ein paar Skistöcke. Nach 2,5 h Stunden ist das Iglu endlich fertig. Wir genießen unser Heim und kriechen so schnell es geht in die Schlafsäcke. Vor dem Einschlafen bemerken wir noch ein paar Löcher, die zum Glück von innen verschließbar sind. Als Türe dient ein Rucksack.

Am nächsten Tag überrascht uns Jonathan mit Zweitski und warmem Tee. Er kriecht zu uns ins Iglu, fällt allerdings beinahe aufgrund des Gestankes in Ohnmacht.  Irgendwie hat es nachts von der Decke getropft, die Schlafsäcke sind gut feucht. Was erst zu einem Problem wird wenn man sich nachts dreht und auf dem Nassen Stoff liegt. Zum Glück habe ich das nachts noch bemerkt und dann zwangsweise auf dem Rücken geschlafen. Widerlich wird es erst beim in die Handschuhe Schlüpfen, weil diese sind nass und kalt. Wir steigen kurz auf und frühstücken, nach der ersten Abfahrt, am Auto Kuchen mit Erdnussbutter und Nutella, jeder Normalsterbliche würde einem Zuckerschock erliegen. Wir legen am selben Berg noch ein paar Treeruns ein und steigen noch auf in Richtung Okla, sparen uns aber den flachen oberen Teil. Bergab finden wir dann noch eine Rinne, durch die allerdings schon ein Skitourenkurs durch ist. Dementsprechend ist es zerwühlt, was ein wenig Abwechslung zum tiefen Powder bringt. Alles in allem war das der fetteste Powdertag meines Lebens. Danke Norwegen.