Topeak-Journey im Test

Topeak Journey
Bei dem Topeak Journey handelt es sich um einen Einspuranhänger aus Aluminium. Der Boden besteht aus 4 Streben und einer PE-Platte. Das Gewicht liegt bei leichten 4,5kg. Zudem ist im Lieferumfang noch ein Drybag und ein Hinterradschutzblech enthalten. Wir haben den Anhänger auf unserer #Expedalition auf 600km im Winter in Norwegen mit Salz und Sand auf der Straße mit mehr als 40 kg (erlaubt sind 32) Beladung nicht kaputt bekommen.

Die Fahrstabilität mit Anhänger ist großartig. Aufgrund des niedrigen Schwerpunktes fährt sich Fahrrad weiterhin angenehm und tatsächlich auch agiler als mit Packtaschen. In den Wiegetritt lässt sich auch mit Anhänger (eingeschränkt) fahren. In diesem Fall entwickeln sich aber Torsionsbelastungen über das ganze Fahrrad, deren Kräfte ich nicht berechnen will.
Die Anhängerkupplung schnalzt sehr leicht zu und aufgrund des Systems ist der Anhänger in 2 Sekunden abgehängt. Dies hat den Vorteil, beim Umsteigen mit der Bahn den Anhänger schnell anhängen zu können und über den Bahnsteig zu düsen. Also funktioniert alles wie es soll und auch nach ein paar Wochen mit Salz und Sand auf der Straße.

Nun aber zu den Schwächen: Unserer Meinung nach sind am Drybag die Steckschließen etwas zu weit unten angebracht, was ein Gefummele beim Schließen ist. Drybags sind lediglich „Dry“ wenn man diese 3-Mal rollt, was wir ausprobiert haben und sich tatsächlich bewahrheitet hat. Zur Sicherheit haben wir die Anhänger immer auf die Seite gelegt, wenn wir gezeltet haben. Solange sich keine Pfütze auf dem Anhänger bildet, bleibt der Inhalt aber auch bei „ungewickelter“ Tasche trocken; Aber: Nicht Umsonst gelten sogenannte „Drybags“ nicht als unterwasserdicht.

Außerdem haben sich die „Füße“ aus Gummi recht schnell verabschiedet, die Befestigungsschrauben sollte man gleich nach dem Kauf anziehen (evtl. zusätzlich festkleben) oder Klebeband drumherum wickeln. Ein kleines, vermeintlich unwichtiges Detail, aber sehr ärgerlich, wenn der Verlust nicht sofort auffällt. Die Funktion schränkt das natürlich nicht ein, aber das Abstellen von Alu auf Asphalt hört sich nicht sehr förderlich für die Lebensdauer des Rahmens an.

Was fehlt: Der Anhänger ist nicht selbststehend (Wer einen selbststehenden Einspuranhänger kennt, der melde sich bitte) und Bergauf muss man ihn trotzdem ziehen.

Auch wenn uns der direkte Vergleich zu ähnlichen Einspur-Anhängern fehlt, hier unser Fazit:
Leichter, robuster und gut verarbeiteter Alu-Anhänger, den wir uns sofort leisten würden, hätten wir gute 400€ auf der hohen Kante. Für Weltreisen ist er vielleicht nichts, da man ihn nicht schweißen kann. Wer allerdings einen Alu-Rahmen am Fahrrad hat, besitzt keinen Grund sich einen Stahlanhänger zu kaufen. Gewichtstechnisch lohnt es sich den Anhänger auch mal mit einem klassischen Packtaschen-System zu vergleichen. Mit unseren rund 40kg Beladung hat sich der Anhänger besser gefahren als mein Packtaschensystem letzten Sommer mit deutlich weniger Gewicht (rund 15kg). Für Chaoten wie uns hat der Anhänger auch noch einen bestechlichen Vorteil. Es handelt sich um eine riesige Reistasche in die sich das gesamte Geraffel rein pfeffern lässt und nerviges austarieren fällt auch komplett weg.

Nachtrag: Ich habe meinen Anhänger an einen Kumpel ausgeliehen. Er hat in 1500km durch Frankreich an einem Singlespeed Fahrrad gezogen, Schäden hat auch er keine erzeugt.

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